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Kröffelbach

In den Jahren 300 - 200 v. Chr. lebte »Auf dem Maar«, an der heutigen Grenze nach Dietenhausen, ein keltischer Volksstamm, von dem ca. 60 Hügelgräber erhalten geblieben sind. Das Jahr 777 wird seit vielen Jahren immer in Bezug auf eine Ersterwähnung von Kröffelbach und Dietenhausen genannt, die Urkunde wurde aber nicht gefunden.


In einem Buch von Dr. Albert Huyskens aus dem Jahr 1908, das sich mit der Heiligsprechung der Elisabeth von Thüringen befasst, wird unter dem Datum 10. August 1232 ein »Rukerus de Cruffelbach« genannt, der an dem Grab der Elisabeth in Marburg von seiner Querschnittlähmung geheilt wurde. Nach der entsprechenden Quelle wird zur Zeit intensiv geforscht. Die bis jetzt nachgewiesene erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt vom 28. März 1300. In einer Urkunde, die im Wetzlarer Stadtarchiv liegt, verpflichtet sich ein Arnoldus de Cruftelbach zusammen mit 9 anderen Pächtern eines Gartens zur Zahlung eines Zinses an das Stift Wetzlar. In einer anderen Urkunde wird ein »Hartmann von Crufilbach« und seine Gattin »Osterlindis« genannt.


Nach einem Bericht des Historikers Ulmenstein haben im Jahr 1348 noch 3 Personen die Kröffelbacher Burg bewohnt. Es handelte sich um Mitglieder des Adelsgeschlechtes derer von »Cröftel«, das in den nachfolgenden Pestjahren vermutlich ausgestorben ist.


Die Burg verfiel danach und das Dorf geriet unter die Herrschaft der Grafen zu Solms-Braunfels. Die Kirche wurde erstmals 1397 in Bezug auf eine Reparatur erwähnt. Im Jahr 1441 erhielt die adelige Familie der Ritter von Schwobach das Patronat über die Kirche und damit musste der »Zehnte« an sie abgeliefert werden.


Das Dorf hatte im Jahr 1450 18 »Hobstätten« und somit ca. 100 Einwohner. 1615 wurden in der heutigen Gemarkung »Glockenhütte« zwei Glocken gegossen. Die kleinere ging im 1. Weltkrieg verloren, die große erklingt noch heute. Im Jahre 1688 plünderten französische Soldaten das Dorf, ein Großbrand im Ortskern legte 1885 mehrer Gebäude in Schutt und Asche. Das Dorf hatte 1890 348 Einwohner. Bei der Fällung der alten Dorflinde im Winter 1901/02 schätzte man ihr Alter auf ca. 800 Jahre (also um das Jahr 1100 gepflanzt). In ihrem Stamm fand man eine Kette, an der früher das »Halseisen « hing. Im Jahr 1915 wurde anstelle der alten Zehntscheune ein neues Pfarrhaus, im Jahr 1922 eine neue Schule gebaut. Nach dem 2. Weltkrieg fanden zahlreiche heimatvertriebene Familien, vor allem aus Ungarn, aber auch aus dem Sudetenland, in Kröffelbach eine neue Heimat, so dass die Zahl der Einwohner sprunghaft anstieg. 187 Personen, also 27,8 % der insgesamt 672 Einwohner im Jahr 1950 waren »Heimatvertriebene «.


Der Fortschritt nahm auch in Kröffelbach seinen Lauf. Der Bau der Wasserleitung erfolgte 1949, die Kanalisierung des Ortes 1957. 1961 wurde zusammen mit Kraftsolms eine gemeinschaftliche Schule gebaut. In den siebziger Jahren folgten der Bau einer Kläranlage, der Leichenhalle und eines Evang. Gemeindehauses.