Waldsolmser Streuobstprojekt geht in die zweite Runde Umweltministerin Priska Hinz überreicht Förderbescheid an Landschaftspflegevereinigung (LPV) Lahn-Dill e.V.

Waldsolms, den 28.03.2019

Streuobstwiesen sind ein wahrer Schatz für die biologische Vielfalt. Hier fühlen sich viele Insekten- und Vogelarten wohl. Die Bäume der Streuobstwiesen sind meist alte heimische Obstbaumsorten, die typisch für die Region sind. Um Streuobstwiesen weiterhin zu pflegen und um Apfelbäume nachzupflanzen hat Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) in Waldsolms-Griedelbach einen Förderbescheid an Vertreter der Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill e.V. überreicht. Zudem pflanzte sie einen von 30 neuen Apfelbäumen.

 

Ob Pflege, Entbuschung oder Nachpflanzung – es ist viel zu tun auf den Streuobstwiesen in Waldsolms. Damit im Frühjahr wieder alles blüht und gedeiht, überreichte am Mittwoch die Hessische Umweltministerin Priska Hinz in Waldsolms-Griedelbach einen Förderbescheid in Höhe von rund 25.000 Euro stellvertretend für den Landschaftspflegeverband Lahn-Dill e.V. an die Vorstandsmitglieder Rudolf Fippl und Olaf Zipp sowie den Waldsolmer Bürgermeister Bernd Heine (SPD).

 

„Streuobstwiesen gehören zu den wertvollen Biotoptypen im Lahn-Dill-Kreis und sind wahre Hotspots der Biologischen Vielfalt. Ich freue mich sehr, dass wir das Projekt Waldsolms erneut finanziell unterstützen können und es somit fortgeführt werden kann“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz. Bereits in der ersten Phase erhielt die Landschaftspflegevereinigung für die Streuobstwiesen in Waldsolms eine Förderung über 25.000 Euro. Die Landesregierung unterstützt damit das Projekt bereits mit rund 50.000 Euro. Der Fördertopf wird aus den Erlösen der Umweltlotterie „GENAU“ finanziert. Für hessische Umwelt- und Naturschutzprojekte wurden daraus bereits 169.000 Euro bewilligt. „Die Umweltlotterie hat sich zu einem bedeutenden und verlässlichen Förderinstrument für den Naturschutz in Hessen entwickelt“, unterstrich Umweltministerin Hinz, die sich wünscht, dass durch das aktuelle Streuobstprojekt der LPV Lahn-Dill auch andere Komunen „wachgeküßt werden“ und aktiv werden. „Informierte Bürger werden sich weiter um die Pflege der Streuobstwiesen kümmern“, ist sie sich sicher.

 

„Ich freue mich, dass wir hier in Waldsolms mit Unterstützung der LPV und dem Land Hessen Gutes für die Natur umsetzen können. Damit werden auch unsere Aktivitäten im Rahmen der Flurbereinigungen in Griedelbach und Kröffelbach nachhaltig unterstützt“, berichtete der Waldsolmser Bürgermeister Bernd Heine, der auch zu den Vorstandsmitgliedern der LPV zählt. Rudolf Fippl, Stellvertretender Landesvorsitzender und Leiter des Arbeitskreises Lahn-Dill die Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. führte aus: „Streuobstwiesen können sehr artenreich sein. Aber viele Arten wie der Steinkauz oder auch Insekten ziehen sich aus unbewirtschafteten Obstwiesen zurück. Hier setzt das Streuobstprojekt an. Durch eine naturgemäße Pflege kann die Artenvielfalt gefördert werden“. „Gleichzeitig wird der Überalterung der Bestände entgegengewirkt“, ergänzte der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Waldsolms, Joachim Schmidt.

 

Marius Ramb, Obstbaufachwart und Mitarbeiter der LPV, erklärte: „Waldsolms hat zwar noch viele Streuobstwiesen, doch sind die Bestände durch fehlende Nachpflanzungen und ausbleibenden Schnitt bedroht.“ Im Rahmen der jetzt geförderten Phase sollen in diesem Frühjahr kommunale Bäume im Waldsolmser Ortsteil Griedelbach geschnitten werden. Dass das Interesse der Waldsolmser Bürger an Schnittkursen sehr groß ist – ebenso wie das Anliegen, die Streuobstwiesen zu erhalten - bestätigte LPV-Mitarbeiterin Anna-Lena Sander.

 

Bereits im Herbst wurde eine Streuobstwiese entbuscht und Bäume durch die NABU-Gruppe nachgepflanzt. Die Kinder der neu gegründeten NAJU-Gruppe verbrachten im Herbst einen Nachmittag auf einer Streuobstwiese, sammelten Äpfel und pressten mit einer manuellen Presse begeistert ihren eigenen Apfelsaft.

 

Eine weitere wichtige Maßnahme, um die Bestände zu verjüngen, ist die nun gestartete Neupflanzung von Obstbäumen. Auch örtliche Landwirte befürworten das Projekt und pflanzen Bäume nach.

 

Es sollen aber nicht nur die Bestände wiederhergestellt werden. Um seltene und lokale Sorten zu erhalten, werden Edelreiser geschnitten. Diese werden in der Baumschule auf Unterlagen veredelt und zu Hochstämmen herangezogen. Sie sollen anschließend in Waldsolms gepflanzt werden. Damit zukünftig alte Sorten für den Reiserschnitt zur Verfügung stehen, ist geplant, im Lahn-Dill-Kreis Obstsortengärten anzulegen. Einer dieser Gärten soll gegebenenfalls auch in Waldsolms entstehen. Die Idee hierzu stammt von Steffen Kahl, Mitglied des hessischen Pomologen-Vereins.

 

Text und Fotos: Helmut Serowy

 

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Förderbescheidübergabe (28.03.2019)