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Hegeschau der Hegegemeinschaften Solmsbachtal und Wetzbachtal

Waldsolms, den 08.05.2018

 Der Lahn-Dill-Kreis hat 91.000 Hektar bejagdbare Fläche mit etwa 230 Jagdrevieren. In den Hegegemeinschaften sind zirka 1.600 Jägerinnen und Jäger organisiert und haben einen Jagdschein beim Kreis gelöst. Die benachbarten Hegegemeinschaften "Solmsbachtal" und "Schöffengrund/Wetzbachtal", hatten am vierten Sonntag im April in der Laufdorfer Grillhütte wieder eine gemeinsame Hegeschau veranstaltet, die sehr gut besucht war. Ausgestellt waren Exponate, sowie recht zahlreiche Trophäen von Schalenwild und Raubwild aus den Jagdrevieren zwischen Solms, Braunfels, Schöffengrund, Waldsolms und Wetzlar.


Die beiden Leiter der Hegegemeinschaften Klaus Auriga (Schöffengrund/Wetzbachtal) und Jürgen Friedrich (Solmsbachtal) konnten neben Schöffengrunds Bürgermeister Michael Peller auch Kreisjagdberater Michael Brück (Hohenahr), dessen Stellvertreter Wilhelm Schmidt (Niederwetz), sowie den Vorsitzenden des Jagdvereins Wetzlar Thomas Schäfer begrüßen. Die Bläsergruppe des Jagdvereins umrahmte die Veranstaltung mit verschiedenen Jagdsignalen.
Kreisjagdberater Brück gab zunächst die  Abschusszahlen im Lahn-Dill-Kreis bekannt, wonach die Rotwildstrecke mit etwa 400 Stück zwar gleichgeblieben wäre wie im Vorjahr, aber hätte unter dem Abschusssoll (475 Stück) gelegen. Vom insgesamt gestreckten Rehwild (4857 Stück) wären 873 Stück dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen, die Schwarzwildstrecke wäre von 4784 (2016/17) auf 7489 (2017/18) gestiegen, was im Kreis eine absolute Rekordstrecke war. Die Wildschäden seien von 91.000 Euro im Vorjahr auf 210.000 Euro (2017/18) angewachsen. Während der Abschuss der Füchse (1250) und Dachse (197) zurückging - das der Räude geschuldet war - wäre er bei den Waschbären von 299 auf 564 gestiegen. Die aggressiven Nilgänse wären zur Plage an Seen und Teichen geworden, verdrängten heimische Vogelarten und würden die Badestrände verkoten. Ihr Abschuss wäre von 107 auf 197 Stück gestiegen.


Bei der Hegegemeinschaft Solmsbachtal wurden 60 Stück Rotwild, 319 Rehe und 520 Stück Schwarzwild zur Strecke gebracht. Hinzu kommen noch 63 Füchse, 27 Waschbären, 55 Elstern, 20 Rabenkrähen und 9 Ringeltauben. Die Gesamtstrecke der Hegegemeinschaft Schöffengrund/Wetzbachtal betrug 17 Stück Rotwild, 362 Rehe, 466 Stück Schwarzwild, 109 Füchse, 60 Stockenten, 29 Waschbären, 27 Rabenkrähen, 26 Elstern, 21 Ringeltauben, 19 Dachse, 18 Nilgänse und 13 Hasen.  

Die Jäger sind nicht für die hohen Schwarzwildaufkommen verantwortlich!

Im Hinblick der allgemeinen Kritik an den Jägern, in Bezug auf die drohende afrikanische Schweinepest (ASP) betonte der Vorsitzende des Jagdvereins Wetzlar Thomas Schäfer mit Nachdruck: "Die Jäger sind für das hohe Schwarzwildaufkommen nicht verantwortlich, wie die 7.489 Stück erlegten Wildschweine in der Jagdsaison 2017/18 (2.705 Stück mehr als im Jahr zuvor) widerspiegeln". Die Jägerschaft würde während ihrer Freizeit kostenlos und dabei unter hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand, als "einzige Institution" die Wildschweine reduzieren. Das wäre ein aufwändiges Wildtiermanagement zum Wohle der Allgemeinheit und hätte mit der nostalgischen Jagdtätigkeit der vergangenen Zeiten, kaum mehr etwas gemeinsam. Schäfer: "Die Ausdünnung der Schwarzwildbestände ist das anerkannt effektivste Mittel gegen die Ausbreitung der ASP in der Prävention. Das gewährleisten und können nur diejenigen Personen, die zur Jagd und dem Tierschutz berechtigt und ausgebildet sind, nämlich von den Jägerinnen und Jägern die dies in ihrer Freizeit ehrenamtlich zum Wohle der Allgemeinheit erledigen". Behörden, Politik und landwirtschaftliche Verbände würden nur Forderungen erheben und planten ausschließlich in der Theorie. Würden diese "Ausdünnungen" von Berufsjägern getätigt werden, dann kämen auf die Steuerzahler weitere Kosten in Höhe mehrerer Millionen Euro pro Jahr zu.


Der Lahn-Dill-Kreis würde die sogenannte "Jagdsteuer" - von derzeit 20 Prozent von den Jagdpachten - als "Bagatellsteuer" erheben und erhielte so auf diese Weise 270.000 Euro von den Jagdpächtern. Dieses Geld würde allerdings nicht jagd- und umweltfördernd eingesetzt, sondern versickere im Haushalt. Nachbarkreise hätten die Jagdsteuer schon längst ausgesetzt, um so das andauernde Wirken der Jägerinnen und Jäger zum Wohle der Allgemeinheit und auch zum Schutz vor der ASP zu honorieren. Ein Ausbruch der ASP wird Deutschland geschätzte 17 Milliarden Euro pro Jahr kosten.

 

Text und Fotos: Hans Werner Homberg

 

Fotoserien zu der Meldung


Hegeschau 2018 (08.05.2018)