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Waldsolms, den 01.02.2017

Wenn der Kamin brennt

 

Drei Kaminbrände binnen einer Woche mussten die Feuerwehren in Waldsolms bekämpfen. Diese Häufung ist ungewöhnlich, aber auch kein Zufall. Kaminbrände können jederzeit entstehen. Wir möchten hiermit aufklären, wie es zu einem solchen Brand kommt, was Sie tun können, wenn es bei Ihnen brennt, und warum die Feuerwehr kommen muss.

 

Warum kann es brennen?

 

Kamin- oder Schornsteinbrände müssten eigentlich „Rußbrände“ heißen. Ein Kamin ist aus feuerfestem Material (Stein, Stahl, Keramik oder Edelstahl) ausgeführt und kann somit nicht brennen. Bei einem Brand in einem Kamin hat sich abgelagerter Ruß, insbesondere Glanzruß an der Innenseite des Kamins entzündet. Problematisch ist, dass der Glanzruß sich nicht durch normales „Schornsteinfegen“ entfernen lässt.

 

Ruß besteht zum größten Teil aus Kohlenstoff und entsteht bei unvollständiger Verbrennung in Heizungsanlagen. Für einen Kaminbrand entscheidend ist der Glanz- und Schmierruß, der bei Verbrennung fester Brennstoffe entstehen kann. Glanzruß kann bei Hitzeeinwirkung auf das 7-fache Volumen aufquellen und somit den Kaminquerschnitt stark verengen oder komplett verstopfen.

 

Ruß entsteht nur dann, wenn die Verbrennung nicht vollständig stattfinden kann. Der Verbrennungsprozess von festen Brennstoffen wie Holz läuft beispielsweise unvollständig ab, wenn nicht richtig abgelagertes Material mit einer zu hohen Feuchte („nasses Holz“) verbrannt wird. Empfehlung. Kaminholz sollte vor der Verbrennung wenigstens zwei Jahre gelagert werden. Dadurch erhöht sich nicht nur der Heizwert des Holzes, die Verbrennung läuft auch sauberer ab. Grund hierfür ist, dass bei feuchtem Holz ein großer Teil der Energie der Verbrennung aufgewendet werden muss, um die Feuchtigkeit aus dem Holz auszutreiben. Geräte zur Bestimmung der Restfeuchte im Holz gibt es bereits ab 25€ im Handel. Eine Restfeuchte im Holz von 20% (im Kern des Holzes) und weniger gilt als optimal. Holz mit einer Feuchte von mehr als 25% gilt als „Nasses Holz“ sollte nicht verbrannt werden.

 

Ein weiterer Grund für die Bildung von Ruß ist die Verbrennung unter Sauerstoffmangel. Ist eine automatisch geregelte Anlage für die Verbrennung von festen Brennstoffen zu groß ausgelegt und die erzeugte Wärme kann nicht abgeführt werden, so fährt die Anlage automatisch in einen Teillastbereich. Dabei wird die Luftzufuhr gedrosselt und die Verbrennung kann nicht mehr vollständig erfolgen. Dieses Problem besteht in der Regel nur bei Zentralheizkesseln zur Gebäudebeheizung. Bei Kaminöfen wird ein Großteil der Wärme direkt an den Raum abgegeben, Zentralheizkessel hingegen sollen ihre Wärme an das Heizungswasser abgeben. Wenn dieses keine Wärme mehr aufnehmen kann, kommt es zu den oben beschriebenen Problemen.

 

Eine weitere Ursache für die Ablagerung von Ruß in Kaminen ist ein falsch dimensionierter Schornstein. Bei zu kleinen Kaminquerschnitten wird der Abgasaustritt verlangsamt und Rußpartikel können sich ablagern. Zu große Kamine erwärmen sich nicht schnell genug und das Abgas kann an den Schornsteininnenwänden kondensieren. Das bedeutet, dass sich im Abgas enthaltene Feuchtigkeit und Rußpartikel an der Schornsteinwand niederschlagen.

 

Damit es zu einem Brand im Schornstein kommt, muss der abgelagerte Ruß durch eine Zündquelle in Brand gesetzt werden. Solche Zündquellen entstehen im der Heizungsanlage selbst. Funken, die durch den Abgasanschluss in den Kamin gelangen, können die Rußablagerungen genauso schnell entzünden wie Flammen, die aus dem Brennraum in den Kamin schlagen. Gerade beim Verbrennen von sogenannten „langflammigen“ Hölzern – meist Nadelhölzer – kann es zu Funkenflug oder Flammenschlag in das Abgassystem kommen. Wird Brennstoff verbrannt, der für eine hohe Feuerraumtemperatur sorgt, so kann dies ebenfalls den Ruß entzünden.

 

 

Was tun, wenn es brennt?

 

  • Entdecken Sie bei sich oder Nachbarn einen Kaminbrand, wählen Sie bitte unverzüglich über den Notruf 112 die Feuerwehr. Der Schornsteinfeger wird dann von der Leitstelle automatisch mit verständigt.

  • Warnen Sie alle Bewohner des betroffenen Gebäudes und verlassen Sie dieses.

  • Nehmen Sie die anrückende Feuerwehr in Empfang.

 

Weisen Sie den Einsatzleiter (erkennbar an einer orangenen oder gelben Weste) auf Besonderheiten in Ihrem Gebäude und an ihrem Kamin hin und zeigen Sie ihm den Aufstellort der Heizung und den Verlauf des Kamins im Gebäude.

 

Achtung: Versuchen Sie niemals einen Kaminbrand selbst zu löschen. Sollten Sie versuchen, mit Wasser zu löschen, würde durch die hohen Temperaturen das eingebrachte Wasser schlagartig verdampfen. Aus einem Liter Wasser entstehen 1.700 Liter Wasserdampf, die im Kamin keinen Platz zum Entweichen haben. Der Kamin kann dem hohen Druck durch das plötzliche Verdampfen selten stand halten und kann einstürzen oder explodieren.

 

 

Warum kommen so viele Feuerwehrautos?

 

Das Land Hessen hat eine Ausrückeordnung über alle Einsatzszenarien erlassen. Hier ist geregelt welche Fahrzeuge, welches Personal und Material bei einem Einsatz benötigt werden. Unter dem Meldestichwort F2 fallen neben Zimmer- und Dachstuhlbrände auch Kaminbrände. Laut Erlass bestehen die Einsatz taktischen Parameter aus zwei Gruppen (gesamt 18 Einsatzkräfte), 1000 Liter Wasser, sechs Atemschutzgeräteträger, einem Belüftungsgerät, ein Einsatzleitwagen und einem Rettungswagen. Zusätzlich kann der Schornsteinfeger informiert werden.

 

Aufgrund der Verteilung der Einsatzmittel in den Ortsteilfeuerwehren in Waldsolms alarmiert die Zentrale Leitstelle Wetzlar automatisch mehrere Wehren. Die Wehr, in deren Ortsteil es brennt, wird grundsätzlich mit alarmiert.
Hinzu kommen aus Brandoberndorf 2.600 l Wasser, Atemschutzgeräteträger, Kaminkehrgerät und Wärmebildkamera.

Hasselborn mit weiteren Atemschutzgeräteträgern und einem Lüfter, sowie Kraftsolms mit dem Einsatzleitwagen zur Koordination der Einsatzstelle und weiteren Atemschutzgeräteträgern.

 

Der Rettungswagen rückt generell mit aus, wenn ein Einsatz unter Pressluftatmer erforderlich ist. Auch können Anwohner medizinisch mitversorgt werden.


Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an die Feuerwehr in Ihrem Ortsteil wenden oder Sie bestellen Ihren zuständigen Schornsteinfeger, bei dem Sie jederzeit und kostenlos eine Beratung rund um die Feuerungsanlage und zum Heizen mit festen Brennstoffen erhalten. Auch die Prüfung der Lagerung des Brennstoffes sowie des Brennstoffes selbst mit zugelassenen Geräten ist jederzeit möglich.

 

Text: Corina Lehmann, Christian Lewalter, Thomas Wendel