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Ausbreitungsprävention des Indischen Springkrautes im Solmsbachtal

Waldsolms, den 22.07.2014

Auftaktveranstaltung über ein PIlotprojekt des RP Gießen

Waldsolms (ho) Das Indische Springkraut - eine Pflanze, die zu den sogenannten "Invasiven Arten" gehört - wurde in die heimische Flora eingeschleppt und breitet sich mittlerweile so stark aus, dass dadurch die ursprüngliche Artenvielfalt gefährdet ist. Das Regierungspräsidium (RP) in Gießen, die Gemeinde Waldsolms und der NABU-Waldsolms hatten deshalb zu einer kleinen Auftaktveranstaltung des Pilotprojekts an den Parkplatz "Kuhschwanzweiher" zwischen Brandoberndorf und Hasselborn eingeladen.


Bürgermeister Bernd Heine (SPD) freute sich über das große Interesse der zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger und konnte unter anderen Thomas Götz  von Hessen Forst sowie die Fachbiologin Jutta Neumann vom RP und die Expertin für gebiertsfremde Pflanzenarten, Fachbiologin Dr. Beate Alberternst, vom Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit,  begrüßen. Außerdem noch Bauhofleiter Dieter Eidenmüller sowie Mitglieder des NABU Waldsolms und ein Radio-Reporter des Hessischen Rundfunks.

"Das vorrangige Ziel in Waldsolms ist, die Ausbreitung des Indischen Springkrauts in den Seitentälern des Solmsbach zu stoppen" so Dr. Beate Alberternst. Der Solmsbach selbst wäre ab Brandoberndorf bis über Kraftsolms hinaus, mittel bis stark "befallen". Am Aubach, der aus Richtung Hasselborn kommend in Brandoberndorf in den Solmsbach mündet, würde sich ebenfalls schon starker Befall zeigen.


Dringende Präventionsmaßnahmen würden am "Mühlbach" in Kröffelbach und in Kraftsolms an der "Mühle" und am "Hirschstein" empfohlen. Aktive des NABU Waldsolms wären an einigen Standorten schon tätig gewesen. Das Regierungspräsidium habe eine Kartierung der Standorte mit ihrer Befallsdichte erstellt. Ganz Wichtig: weitere Standorte sollen deshalb gemeldet, die Vorkommen entfernt und weiter beobachtet werden.


Dr. Beate Alberternst:"Das Indische Springkraut ist völlig ungefährlich beim Anfassen und lässt sich in der Regel problemlos aus dem Boden herausziehen. Um sicher zu gehen dass ausgerissene Pflanzen wieder anwachsen, müssen sie bodenfern - zum Beispiel in das Geäst von Sträuchern - abgelegt werden." Springkraut sollte niemals in der Biotonne entsorgt werden, da Bio-Abfall in Anlagen nicht mit einer genügend hohen Temperatur von mindestens 70 Grad behandelt wird. Dann bestünde die Gefahr der weiteren Verschleppung von Samen und vermehrungsfähigen Teilen von invasiven Pflanzen, wenn der behandelte Kompost beispielsweise an die Landwirtschaft weitergegeben wird, so die Biologin.

BIOLOGIE DES INDISCHEN SPRINGKRAUTS
Das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) ist ein einjähriger, bis zu 3 Meter großer Neophyt. An den meist hohlen Stängeln finden sich Knoten (sogenannte Nodien), das Wurzelwerk ist flach am Boden verankert. Die rosa (selten weißlichen) Blüten sind sehr nektareich, Hauptblütezeit ist August/September. Eine einzige Pflanze produziert bis zu 2.500 Samen, die aus einer Samenkapsel bis zu 7 Meter weit geschleudert werden können. Insbesondere entlang von Gewässern werden Samen durch das Wasser über weite Entfernungen transportiert.

Im gemeinsamen Projekt des Regierungspräsidiums, der Gemeinde und des NABU-Waldsolms übernimmt der NABU die Koordination der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Die Gemeide steuert den Bauhof und das Forstamt, informiert die offiziellen und politischen Instanzen. Das RP unterstützt durch die wissenschaftliche Begleitung und durch eigene Öffentlichkeitsarbeit.


Das Projekt wurde angestoßen, nachdem Kartierungen im Gewässersysthem ergeben hatten, dass trotz starkem Springkrautvorkommen im mittleren und unteren Gewässerbereich zur Lahn hin, der Oberlauf ab Brandoberndorf in Richtung Quellgebiet fast keine Springkrautpflanzen aufweist. Dies gilt auch für die Nebengewässer - mit Ausnahme des stark befallenen Aubachs - die ebenfalls nur kleine Initialbestände zeigen.


Um diese positive Ausgangslage zu erhalten, wurden im Rahmen dieses Projektes unter anderen die Gemeinde Waldsolms sowie der NABU Waldsolms aktiviert, eigenverantwortlich mit einfachen Maßnahmen die weitere Ausbreitung des Springkrautes zu verhindern. Das Projekt wird von zwei Fachbiologen begleitet, die Ergebnisse finden Einzug in eine hessische Strategie zum Umgang mit invasiven Pflanzenarten.


Das Indische Springkraut ist auch für den Laien sehr leicht erkennbar. Daher kann sich jeder, der sich angesprochen fühlt und das Solmsbachtal in seiner verbliebenen Ursprünglichkeeit bewahren möchte, an dem Projekt beteiligen.

 

Text und Fotos: Hans Werner Homberg

 

Fotoserien zu der Meldung


Ausbreitungsprävention des Indischen Springkrautes im Solmsbachtal (22.07.2014)

Auftaktveranstaltung über ein PIlotprojekt des Regierunspräsidiums Gießen